
Wenn wir aufhören, etwas darstellen zu müssen, entsteht Raum für echte Verbindung.
Pferde waren meine ersten Lehrmeister
Bei ihnen fand ich einen Ort, an dem ich einfach so sein durfte, wie ich bin.
Ich musste nichts darstellen. Ich musste nicht funktionieren. Nicht stark sein. Nicht perfekt.
Pferde reagieren nicht auf Worte. Sie reagieren auf das, was wirklich da ist – auf Haltung, Energie und Authentizität.
Vielleicht entstand dort zum ersten Mal ein Gefühl dafür, wie sich eine komplett wertfreie und absichtslose Begegnung anfühlt.
Mein Name ist Stanislaus Wögerbauer.
Wo Beziehung entsteht, wird Entwicklung möglich.
Aufgewachsen bin ich auf einem Hof in Niederösterreich – umgeben von Natur, Tieren und Pferden. Viele Stunden meiner Kindheit verbrachte ich bei ihnen. Diese Zeit hat mich tief geprägt.
Der Umweg über das Schauspiel
Zunächst führte mich mein Weg ins Schauspielstudium. Ich dachte, meine Stärke liege darin, Rollen zu verkörpern.
Doch dort erkannte ich etwas, das mich tief traf:
Ich hatte mein Leben lang gelernt, mich anzupassen, Erwartungen zu erfüllen, zu funktionieren und nicht aufzufallen. Ich wurde darin sehr gut – so gut, dass ich irgendwann nicht mehr wusste, was wirklich meines war.
Ich war Schauspieler geworden – auch außerhalb der Bühne.
Was mich jedoch wirklich interessierte, war nicht das Darstellen.
Es war das Beobachten, das Verstehen und das Begleiten von Menschen. Diese Erkenntnis veränderte meinen Weg grundlegend.
Oregon – der Wendepunkt
2012 zog es mich nach Oregon in die USA. Dort arbeitete ich als Cheftrainer auf einem Gestüt, bildete Jung- und Showpferde aus und betreute sogenannte „Problempferde“.
Diese Zeit war intensiv und prägend. In der täglichen, unmittelbaren Arbeit mit den Pferden wurde mir immer klarer, dass sie es waren, die mich ausgebildet haben.
Sie spiegelten mir unmittelbar, was stimmig ist – und was nicht.
Sie ließen sich nicht täuschen, nicht beeindrucken, nicht überreden.
Sie reagierten ausschließlich auf Echtheit.
So entstand über die Jahre mein eigener Weg – nicht aus Konzepten oder Methoden, sondern aus Erfahrung. Aus Beobachtung. Aus Beziehung.
Denn immer deutlicher zeigte sich:
Entwicklung entsteht nicht durch Druck.
Nicht durch Kontrolle.
Und nicht durch Leistung.
Sie entsteht dort, wo Beziehung möglich wird.
Die fünf Säulen
In dieser Zeit erkannte ich, wie leicht sich meine eigenen Potenziale entfalten konnten – weil mir die Pferde im Kontakt genau diesen Nährboden zur Verfügung stellten.
Klarheit, Vertrauen, Respekt, Wertschätzung und Sicherheit.
Komplett absichtslos und wertfrei öffneten sie mir diesen Raum.
Diese Absichtslosigkeit war für mich eine völlig neue Erfahrung – und sie faszinierte mich so sehr, dass ich begann, mich darauf einzulassen.
Allein durch ihre Art gelang es den Pferden, mein Leben im Positiven auf den Kopf zu stellen.
Und sie luden mich dabei immer mehr dazu ein, diesen Raum wirklich zu betreten.
Einen Schutzraum, in dem ich am eigenen Körper erfahren und verstehen konnte, was es bedeutet, wirklich gesehen zu werden – und was das mit meinen bisherigen Werten und Ansprüchen macht.
Diese Erfahrung hat mich tief geprägt.
Heute bilden diese fünf Säulen das Fundament meiner Arbeit – mit Pferden ebenso wie mit Menschen.
Der Schritt in die Selbstständigkeit
Mit diesen Erfahrungen ging es zurück nach Österreich. Dort machte ich mich als Trainer selbstständig – nicht, weil ich glaubte, schon alles zu wissen, sondern weil ich begonnen hatte, meinem eigenen Weg zu vertrauen.
Ich habe auf diesem Weg verschiedene Aus- und Weiterbildungen absolviert.
Der Kern meiner Arbeit entstand jedoch nicht dort – sondern in der direkten Erfahrung: in der Arbeit mit Pferden und in der Begegnung mit Menschen.
Die Well Ranch
Heute leben meine Frau, unser Sohn und ich auf unserem autarken Hof in der Weststeiermark.
Mit der Well Ranch schaffen wir einen Ort, an dem Mensch, Tier und Natur Partner sind und im Einklang miteinander leben – voneinander lernen und miteinander wachsen können. Nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Teil eines lebendigen Miteinanders.
Meine Zeit mit Pferden hat mich tief geprägt.
Sie schenkten mir einen Schutzraum und Rückzugsort, an dem ich einfach so sein durfte, wie ich bin – ohne Druck, ohne Erwartungen.
Diese Erfahrung war für mich so bedeutend, dass in mir der Wunsch entstand, heute einen ähnlichen Ort zu schaffen.
Ich bin überzeugt:
Jeder Mensch trägt bereits alles in sich, was er für seine Entwicklung braucht. Manchmal braucht es nur einen geschützten Raum, damit es sichtbar wird.
Meine Aufgabe sehe ich darin, diesen Raum zu öffnen und Menschen dabei zu ermutigen, zu inspirieren und zu begleiten.
Ich freue mich auf ein Kennenlernen.
Stanislaus Wögerbauer

